3 Jahresfeier 22.9.2004 – Rede von Herrn Dr. Achim Kürten, Leiter des Zentrums für Traditionelle Chinesische und Integrative Medizin am St. Hedwig-Krankenhaus, anlässlich der 3.Jahresfeier des Zentrums am 22.09.2004

Verehrte Ordensschwestern, verehrte Ordensbrüder, liebe Kolleginnen und Kollegen, Mitarbeiter des Hauses, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Gäste. Ich freue mich besonders, so viele bekannte Gesichter zu sehen. Ich freue mich, dass so viele Menschen, die mit uns verbundenen sind, dieser Einladung gefolgt sind.

Ich möchte ihnen danken. Ich möchte den Brüdern des Alexianerordens danken, und hier besonders Bruder Wunibald, dem Provinzialoberen, dem früheren Provinzialoberen, für die Gespräche in den letzten Jahren und seine Unterstützung bei der Umsetzung des Sozialprojektes Lehrter Straße 69, dass wir seit zwei Jahren betreiben. Den Borrohmäherinnen, die mit ihrem täglichen Gebet und ihrer besonderen Fürsorge die Atmosphäre dieses Krankenhauses prägen und wunderbar positiv beeinflussen. Und Pfarrer Wulsche für seine Hilfe und seinen Zuspruch in den letzten drei Jahren.

Ich möchte der ehemaligen Krankenhausdirektorin Frau Lanz und dem jetzigen Krankenhausdirektor Herrn Grafe meinen allerherzlichsten Dank aussprechen. Frau Lanz hat das TCM-Projekt in den Jahren 2000/2001 initiiert und forciert voran getrieben. In der Folgezeit stand Sie uns stets mit Rat und Tat zur Seite und hat uns sehr geholfen, uns hier einzuleben. Der erste Termin mit Frau Lanz fand an einem Montagmorgen um 6:00 Uhr statt, die erste Besprechung. Das war selbst für jemanden wie mich, der in der Charité gewohnt ist, früh aufzustehen, etwas Außerordentliches. Das zeigt den Einsatz, den alle Mitarbeiter des Hauses hier täglich bringen. Herrn Grafe danke ich für die vertrauensvolle und offene Zusammenarbeit und dafür, dass er uns jederzeit hilfreich zur Seite gestanden hat, für seine Art und Unterstützung.

Ich danke meinen Kolleginnen und Kollegen, den Schwestern und Ärzten des St. Hedwig-Krankenhauses für die exzellente Zusammenarbeit, speziell dafür, dass wir immer ganz schnell unsere Patienten in der Rettungsstelle, in den Ambulanzen oder im Röntgen vorstellen können. Stellvertretend für die ärztlichen Kollegen nenne ich hier Herrn Prof. Derwahl, den Chef der Inneren Abteilung, Herrn Prof. Knispel, den Chef der Urologie, Herrn Dr. Leder, den Chefarzt der Chirurgie und Herrn Dr. Kissig, den Chef der Röntgenabteilung.

Ich möchte auch den Kollegen danken, dass sie dafür gesorgt haben, dass es bei uns immer lief. Den Kollegen vom Einkauf, vom Rechenzentrum, der Bibliothek, der Personalabteilung, den Haushandwerkern, die dafür gesorgt haben, dass ein tropfender Wasserhahn, den ich einmal samstags nachts vorgefunden habe, umgehend repariert wurde. Und den Kollegen von Transport und Logistik, die uns dabei unterstützen, an unterschiedlichen Stellen der Stadt Menschen zu behandeln und dort auch zu zeigen, wie mit Methoden der Chinesischen Medizin geholfen werden kann. Und den Mitarbeitern der Pforte, die die beste Visitenkarte sind für diese Klinik, die ich mir vorstellen kann. Stellvertretend für diese Kollegen möchte ich ihnen Herrn Eiserbeck, Herrn Wadewitz, Frau Gottschild, Herrn Steinki, Herrn Spree, Herrn Hoghe, Frau Thomas und Frau Oertel vorstellen. All diese Kollegen haben uns immer perfekt betreut, inklusive Frau Oertel, bei der Organisation von Veranstaltungen, so auch heute, geholfen. Ohne sie wäre ich gestorben.

Ich danke meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Zentrum, die unsere Vision jeden Tag an unsere Patienten weitergeben. Den Ärztinnen im Team und den Mitarbeitern im Bereich der Arzthelferinnen. Ich danke dem Team der Sozialsprechstunde in der Lehrter Straße und dem neuen Team, dass jetzt zusammengestellt wird, für das neue Projekt „Gesunde Kinder – Gesundes Berlin“.

Und ich danke Ihnen, den Patienten. Den Patientinnen und Patienten, die durch ihr Vertrauen und ihre Weiterempfehlung zum Bekanntwerden des Zentrums beigetragen haben, dadurch, durch sie ist es erst möglich geworden, dass wir solche Sozialprojekte durchführen. Wir haben in den letzten Jahren über 4000 Patienten hier im Zentrum regulär behandelt. Schwerpunkt dabei waren Behandlungen von Wirbelsäulen- und Gelenkerkrankungen, Augenerkrankungen wie zum Beispiel der Makuladegeneration, allergische Erkrankungen, Erkrankungen des rheumatischen Formkreises oder Tinnitus. Viele andere Erkrankungen und Beschwerdebilder können sie erfolgreich mit Methoden der Chinesischen oder Integrativen Medizin behandeln. Über 500 Patienten haben wir im Rahmen von Sozialprojekten betreut, zum Beispiel in der Lehrter Straße, in Kooperation mit der Berliner Stadtmission (evangelisch) und dem Alexianerorden (katholisch).

Aber es gibt da auch eine kleine Spezialsozialsprechstunde bei meinem Freund Karl-Heinz Meiners, genannt Kalle Meiners, dem besten Schuhmacher von Berlin. Denn alle Menschen, denen er die Schuhe kostenfrei macht, weil sie arm sind, werden von mir dort alle 2 Wochen behandelt. Ich bin sozusagen dort Lehrling in seiner Werkstatt.

Wir haben aber auch noch etwas Wichtiges gelernt, etwas sehr Wichtiges, wir haben gelernt, dass Beten hilft. Beten hilft, wenn der Arzt es macht, wenn er dafür bittet, dass der Patient gesund wird. Und beten hilft, wenn der Patient es macht.

Gesundheit ist mehr als das Fehlen von Krankheit. Jedes störende Symptom beinhaltet auch die Chance zur persönlichen Weiterentwicklung. Wir werden weiterhin Vorlesungen an der Charité, an der Urania und hier im Hause halten. Die Gründung unserer Stiftung, die einen Schwerpunkt in der Fortführung in der Erweiterung der Sozialsprechstunde hat und außerdem der Weiterentwicklung der Chinesischen Medizin in Deutschland dienen soll. Diese Gründung wird noch in diesem Jahr abgeschlossen.

Die Tatsache, dass wir hier arbeiten können, dürfen und mit den Methoden der Chinesischen Medizin arbeiten, zeigt die Offenheit unserer Kirche für Neues und daraus lernen wir, dass es wichtig ist, neue Wege zu beschreiten. Jeden Tag, immer wieder, werden wir an diesem traditionsreichen Ort, dem St. Hedwig-Krankenhaus weiterhin Menschen behandeln, nach bestem Wissen und Gewissen.

Diese Menschen tragen dazu bei, sie tragen dazu bei, dass wir das Projekt in der Lehrter Straße und auch das neue Projekt „Gesunde Kinder – Gesundes Berlin“, worüber wir sie heute noch informieren werden, in den Räumlichkeiten des Zentrums, durchführen können. Wir werden weiterhin bedürftige Menschen und eben in Zukunft verstärkt sozialschwache Kinder betreuen, aber über den medizinischen Bereich hinaus. Das Projekt „Gesunde Kinder – Gesundes Berlin“ umfasst neben der rein medizinischen Behandlung auch die Durchführung von Schulungen zur Ernährungslehre, zur Chinesischen Bewegungstherapie und diese Kinder erhalten Anleitung wie man richtig lernt. Nur dadurch, dass Sie uns Ihr Vertrauen schenken und in Ihre Gesundheit und Ihre persönliche Entwicklung investieren, ist dies möglich. Menschen wie Sie ermöglichen uns, unsere Projekte und unsere Arbeit fortzusetzen. Dafür danke ich Ihnen von ganzem Herzen.

Paul Bocuse, der bekannte Koch, wurde einmal gefragt, warum er, obwohl er so berühmt sei, immer noch Öffentlichkeitsarbeit macht? Er antwortete: „Die katholische Kirche besteht seit mehr als 2000 Jahren und jeden Tag läuten ihre Glocken.“

Lassen Sie uns gemeinsam darauf hinarbeiten, dass die Glocken an diesem Krankenhaus noch sehr lange läuten werden.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.