3 Jahresfeier – Rede von Herrn Alexander Grafe, Krankenhausdirektor des St. Hedwig-Krankenhauses, anlässlich der 3.Jahresfeier des Zentrums für Traditionelle Chinesische und Integrative Medizin am 22.09.2004

Im September 2001, fast auf den Tag genau vor drei Jahren, haben wir das Zentrum für Traditionelle Chinesische und Integrative Medizin am St. Hedwig Krankenhaus eröffnet. Offen gestanden – ein Experiment. Ein Experiment auch deswegen, weil es doch zuvor intern wie extern skeptische Stimmen gegeben hat. Da waren zum einen diejenigen, die gesagt haben, Alternativmedizin an einem so traditionsreichen Standort der Schulmedizin wie dem St. Hedwig Krankenhaus, noch dazu einem akademischen Lehrkrankenhaus der Charité. Passt das zusammen? Andere Stimmen, die gesagt haben, fernöstliche Traditionen, womöglich verbrämt mit Esoterik, passt das an ein katholisches Krankenhaus? Ich will etwas unbescheiden sagen: Passt das an das katholische Krankenhaus der Stadt?

Nach drei Jahren kann ich sagen, das passt sehr gut. Was ist passiert? Zum einen hat sich die TCM, so nennen wir es intern, das ist etwas kürzer und geht etwas besser über die Zunge, die TCM hat sich erstaunlich schnell bei uns am Standort etabliert. Die anfänglichen Skeptiker, gerade in unserer Ärzteschaft, manch ein Chefarzt, sind verstummt. Aus dieser anfänglichen Distanz ist ein gutes Miteinander geworden, es gibt einen regen Austausch und manche Fälle der Kooperation. Wenn ich durch die Stationen oder über den Hof gehe, dann fallen mir doch eine ganze Reihe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unseres Krankenhauses auf, die so kleine Pflästerchen am Ohr haben, mit Körnern und so silbrigen Kringeln. Also, wenn ich davon ausgehen darf, dann hat die TCM die volle Akzeptanz unserer Belegschaft.

Externe Stimmen sind ausschließlich in folgender Weise an mein Ohr gedrungen in den letzten Jahren. Es waren meine Kollegen, Krankenhausdirektoren anderer Häuser dieser Stadt, die bei mancher Gelegenheit nachgefragt haben, was das denn sei mit diesem interessanten neuen Angebot an unserem Haus. Aus diesen Fragen und Gesprächen hörte ich eine Menge Anerkennung und ein ganz bisschen Neid raus. Wenn ich recht informiert bin, glaube ich es gibt kein zweites Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin an einem Allgemeinkrankenhaus in dieser Stadt, das in ähnlicher Weise vergleichbar wäre. Kommen wir also zu dem letzten Punkt der Skepsis, dem Esoterikverdacht. Wer von ihnen Herrn Dr. Kürten etwas näher kennt weiß, das konnte von vornherein ausgeräumt werden. Er ist ein kölsche Jung und zwangsläufig schlägt sein Herz katholisch. Sehr schnell ist es Herrn Dr. Kürten gelungen, uns deutlich zu machen, wie wichtig ihm der Respekt vor unserem Selbstverständnis und der langen christlichen Tradition unseres Hauses ist. Ein Indiz dafür, dass die Wellenlinie stimmt, ist die Reihe von Ordensleuten, die in den letzten Jahren den Weg in die TCM gefunden haben, darunter auch Schwestern unseres Hauses.

Kurz und gut, nach drei Jahren kann man konstatieren, das Experiment TCM am St. Hedwig-Krankenhaus ist geglückt. Und das ist alle Male mit ein Grund, 3-jähriges Jubiläum zu feiern. Aus dem Experiment ist ein fester Bestandteil unseres Standortes geworden, und darüber bin ich froh. In diesem Zusammenhang möchte ich am Ende meiner kurzen Ansprache ihnen, Dr. Kürten und dem Team der TCM meinen aufrichtigen Glückwunsch für das Geschaffte entrichten und ihnen für die weitere Zukunft viel Erfolg und Gottes Segen wünschen. Ihnen insbesondere und ihnen verehrte Gäste noch eine schöne Jubiläumsfeier.